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18.05.2017

Mitglieder berichten: Bundeskanzlerin gibt in Heidenheim dem Ehrenamt eine Ehre (Ich für uns - Engagement in Heidenheim)

Mehr als 1000 Ehrenamtliche waren zu der gemeinsamen Veranstaltung von Stadt und Landkreis Heidenheim gekommen, bei der vier Vertreter des Ehrenamts ihre Arbeit vorstellten und mit der Kanzlerin, Landrat Thomas Reinhardt und Oberbürgermeister Bernhard Ilg ins Gespräch kamen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich beeindruckt von der großen Zahl an Ehrenamtlichen, die ins Congress Centrum gekommen waren – und das, obwohl sie wisse, dass das Ehrenamt in Baden-Württemberg tief verankert sei. „Sie sind ein tolles Stück Deutschland“, wandte sich die Kanzlerin dankend an die Gäste. Das Ehrenamt sei ein Gewinn für die Gesellschaft.
Was das Ehrenamt in der Praxis leistet und wo bisweilen der Schuh bei den Ehrenamtlichen drückt, schilderten Uli Steeger (Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Heidenheim), Dorothee Raspel (Koordinierungsstelle Bürgerschaftliches Engagement und Demografie „Ich für uns“ der Stadt Heidenheim),  Dr. Peter Wengefeld (Freundeskreis Asyl im Landkreis Heidenheim) und Dr. Volker Wiedenmann (Vorsitzender Heidenheimer Sportbund 1846 e.V.).

Dorothee Raspel vom bagfa-Mitglied „Ich für uns“ stellte die „Caring Community“ Heidenheim vor. Ziel sei eine fürsorgende Gemeinschaft mit lebendigen Nachbarschaften, in der jeder Mensch Verantwortung für andere übernimmt oder übernehmen kann. Wie das umgesetzt werden kann, hat die Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement und Demografie „Ich für uns“ der Stadt Heidenheim in Zusammenarbeit mit dem Partner Duale Hochschule in einem Konzept zusammengestellt – umgesetzt wird dieses Konzept von „Ich für uns“ und der Familienbildungsstätte in Heidenheim. Insbesondere werden hierbei neue Formen von Nachbarschaftshilfe implementiert.

In einer Podiumsdiskussion zeigte die Bundeskanzlerin besonders an den Hürden, denen sich das Ehrenamt gegenübersieht, großes Interesse. Gleichzeitig machte sie aber auch deutlich, dass jede Form von Rechtssicherheit, beispielsweise bei der Unfallversicherung oder beim Kinder- und Jugendschutz, auch Regelungen mit sich bringe. Das richtige Maß zu finden sei hierbei schwierig. Auch auf den Wunsch nach mehr praktischer Wertschätzung für das Ehrenamt ging sie gezielt ein – für besonders wichtig hält sie regionale Anerkennungen, beispielsweise ermäßigte Kulturangebote, wie sie in vielen Kommunen bereits umgesetzt werden. Aber auch eine Berücksichtigung ehrenamtlicher Tätigkeit beim Studienantritt – etwa bei der Berechnung des Numerus Clausus – sieht die Bundeskanzlerin positiv. Wenn sie einen Wunsch frei hätte, würde sie von Seiten des Bundes wie bei den Mehrgenerationenhäusern eine Summe für Anlaufstellen für Ehrenamtliche in Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern zur Verfügung gestellt werde.
Abschließend rief die Kanzlerin die Ehrenamtlichen dazu auf, die Probleme und Hürden, denen sie sich stellen müssen, zu sammeln und zuzuschicken – das sei ein wichtiges Thema, so die Kanzlerin, die sich zuversichtlich zeigte, dass kleine Verbesserungen ermöglicht werden können.

Text: Koordinierungsstelle - Ich für uns
Foto: Oliver Vogel

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