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09.08.2017

Mitglieder berichten: Josch – Jugend ohne Schulden

Hier ein neues Smartphone mit Vertrag, dort eine Spielekonsole auf Ratenzahlung und am Abend ein bisschen entspannen bei illegal heruntergeladener Musik: Es gibt viele Kostenfallen im Alltag, in die Menschen – gerade auch im jugendlichen Alter – tappen können.

Die Freiwilligenagentur Marburg-Biedenkopf hat mit dem Projekt „Josch – Jugend ohne Schulden“ eine Möglichkeit gefunden, gegenzusteuern: frühzeitig und niedrigschwellig soll finanzielles Allgemeinwissen zur Schuldenprävention an Schulen vermittelt werden.

Ein Team von engagierten Freiwilligen arbeitet gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Klassen und baut anhand vieler Praxisbeispiele Finanzkompetenz auf. Die Freiwilligenagentur bietet Begleitung und Unterstützung für die Freiwilligen sowie Teamanbindung und Auslagenerstattung an.

Die Freiwilligenagentur Marburg – Biedenkopf (FAM) unterstütz Freiwillige bei der Verwirklichung ihrer Projektideen. So kam auch Ekkehard Schulze mit der Projekt „Josch – Jugend ohne Schulden“, welches er im Rhein- Main Gebiet kennengelernt hatte und gerne in Marburg umsetzen wollte. Das Projekt wurde vom Diakonischen Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau entwickelt und der FAM dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt.

 

„Es kommt nicht darauf an, was man einnimmt, sondern was man ausgibt“ sagt Ekkehard Schulze, der über 30 Jahre in einer Großbank gearbeitet hat und nun als Freiwilliger das Projekt der Freiwilligenagentur unterstützt. Das sei die wichtigste Formel, denn: „Die Ausgaben sind der Teil, an dem ich sparen kann. Sie müssen zu den Einnahmen passen, die man oft nur begrenzt erhöhen kann.“

Die Kostenfallen lauern überall, für Jugendliche gerade im technischen Bereich. Ob Smartphone-Apps kaufen, ins Ausland telefonieren, kostenpflichtige Spiele oder Internetseiten, bei denen unbeabsichtigt schnell ein Abonnement abgeschlossen wird – all dies kann zu immensen Kosten führen. Eines der größten Schuldenprobleme bei Jugendlichen sei laut Ekkehard Schulze mittlerweile der illegale Download von Musik oder Filmen. Denn diese Straftat werde immer stärker kontrolliert. „Ich hatte schon viele Jugendliche, die Bußgelder zahlen mussten – und die liegen dann auch mal schnell bei 500 Euro aufwärts.“ Das übersteige Taschengeld oder Lehrlingsgehalt stark.

Aber auch außerhalb des Internet lauern Gefahren für den Geldbeutel: durch attraktive Finanzierungsangeboten würden Jugendliche immer stärker dazu verleitet, auf Raten zu kaufen. Die für sich genommen kleinen Beträge summierten sich allerdings schnell zu einem großen Betrag, der zum Problem werde. „Jeder sollte drei Nettogehälter auf der hohen Kante haben“, rät der Finanzexperte. So könne eine „Anpassungsphase“ überbrückt werden, etwa bei plötzlicher Arbeitslosigkeit.

Weitere Informationen unter: http://www.freiwilligenagentur-marburg.de/projekte/josch-jugend-ohne-schulden/

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