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11.09.2017

„Alle 11 Minuten verliebt sich ein Engagierter in ein Angebot“: 5. Treffen der Netzwerkpartner der Freiwilligendatenbank von Aktion Mensch e.V. und bagfa e.V.

 

Von Anleihen bei den Werbeslogans einschlägiger Dating-Portale, über eine konkrete Strategie für zielgerichtete Werbung für die Freiwilligendatenbank bei der jungen Zielgruppe bis hin zum Dreh eines Imagefilms – die Bandbreite der Vorschläge reichte von kreativ,  bisweilen mit einem Augenzwinkern erdacht, bis pragmatisch.  Zu „wilden Ideen“ für die Steigerung des Bekanntheitsgrades der Freiwilligendatenbank hatten Aktion Mensch e.V. und bagfa e.V. die insgesamt 52 teilnehmenden Freiwilligenagenturen zu Beginn des 5. Netzwerkpartnertreffens am 28. und 29. August 2017 in Berlin-Kreuzberg  aufgefordert.

Nachdem im letzten Jahr alle Netzwerke der Aktion Mensch (5. Mai, Familienratgeber, Freiwilligenagenturen) unter einem Dach in Köln getagt hatten, fand in diesem Jahr wieder eine „reguläre“ Tagung für die Netzwerkpartnerinnen in den Freiwilligenagenturen statt.

Die „großen Themen“ der Freiwilligendatenbank waren wieder vertreten: Vernetzung, Inklusion, und Öffentlichkeitsarbeit. Dabei standen besonders das Erleben von Verschiedenheit, von anderen Zugangswegen und die unbekannte Perspektive auf vermeintlich Vertrautes im Mittelpunk der Tagung.

Nach der Begrüßung durch Iris Cornelssen, Verantwortliche für das Kooperationsprojekt bei der Aktion Mensch e.V. und bagfa-Geschäftsführer Tobias Kemnitzer, hatten die Teilnehmer/innen des Jahrestreffens am Montagnachmittag zunächst Gelegenheit, sich über Ihre bisherigen Erfahrungen mit der Freiwilligendatenbank auszutauschen und offene Fragen zu klären.

Neue Pfade und frische Perspektiven auf vermeintlich Vertrautes

Bei feinstem Sonnenschein brachen die Teilnehmer/innen dann am frühen Nachmittag  in vier Gruppen zu ihren vorab ausgesuchten Exkursionen auf. Auf dem Erlebnisparcours der Stiftung barrierefrei kommunizieren!,  bei einer inklusiven Stadtführung durch Berlin-Mitte sowie bei Besuchen der Bundesfachstelle Barrierefreiheit und in den Prinzessinnengärten in Berlin-Kreuzberg, lernten die Netzwerkpartner Projekte und Beratungsangebote vor Ort kennen. Die ausgesuchten Orte und Aktivitäten boten u.a. Gelegenheit, die Anwendung unterstützender Technologien für Menschen mit Behinderungen zu erproben, Berliner Sehenswürdigkeiten einmal ausschließlich hörend und tastend zu erkunden und  Grundlagen der Planung inklusiver Veranstaltungen kennenzulernen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen im Tagungshaus klang der Abend  mit Gesprächen in geselliger Runde im Sommergarten des Cafés Brennbar aus.

Aus der Praxis für die Praxis lernen

Am Morgen des zweiten Tages begaben sich die Teilnehmer/innen gleich zu Beginn in vier parallele Trainings. Nach Impulsvorträgen und unter Anleitung geladener Expertinnen, befassten sich die Gruppen mit dem Ansatz des „Critical Thinking“ in Organisationen, mit Aspekten moderner Kampagnenarbeit, mit Methoden, Visionen für das eigene Wirken zu entwickeln und in strategische Vorhaben zu transferieren, oder erlernten Grundlagen der Kommunikation in Einfacher Sprache.

Auch im Rahmen der Trainings wurden das gute Wetter und die Möglichkeiten des Tagungsortes genutzt. So nutzten Teilnehmer/innen den Sommergarten z.B. zeitweise dafür, Seite an Seite anspruchsvoll formulierte Leitbilder in Einfacher Sprache neu zu verfassen oder um nach einer intensiven Phase des gemeinsamen Denkens und Diskutierens bei einer Aktivierungsübung neue Energie zu schöpfen. 

Mehr einmischen! – Zivilgesellschaft als Gestalterin des digitalen Wandels?

Mit ihrem Vortrag „Gesellschaft im Netz gestalten – Gemeinwohlorientierte Lösungen im digitalen Zeitalter“ gestaltete Leonie Beining, Projektmanagerin bei der Stiftung Neue Verantwortung,  den inhaltlichen Abschluss des Netzwerkpartnertreffens. Anhand alltagsnaher Beispiele zeigte sie zunächst Dimensionen des digitalen Wandels auf. Aus den bereits bestehenden Anwendungsbereichen  leitete sie Herausforderungen für zivilgesellschaftliche Akteure im digitalen Zeitalter ab und zeigte Gestaltungsräume auf. „Mehr einmischen!“, lautete ihr Plädoyer für die nächsten Schritte. Zivilgesellschaftliche Organisationen hätten eine gute Chance und seien gefordert, eine aktive Rolle bei der Gestaltung des digitalen Wandels zu spielen. Diese Aufgabe dürfe nicht allein den Unternehmen und der Politik überlassen werden. Mit Blick auf die Arbeit von Freiwilligenagenturen regte sie an, sich zunächst einen Eindruck von den Chancen und Risiken digitaler Technologien zu machen.

Vernetzung, Inklusion und Öffentlichkeitsarbeit: beim 5. Netzwerkpartnertreffen wurden ungewohnte Perspektiven auf diese vertrauten Themen gewagt, die die Teilnehmenden nun mit in ihre Freiwilligenagenturen nehmen können.

Hintergrund:

Mit der Freiwilligendatenbank der Aktion Mensch (www.freiwilligendatenbank.de) können Bürgerinnen und Bürger online Engagementmöglichkeiten vor Ort finden. Abgerundet wird das Angebot mit vielen Informationen rund um das freiwillige Engagement. Sie ist mit über 14.000 Einträgen die größte Engagementdatenbank in Deutschland.

Durch die Kooperation mit der Freiwilligendatenbank will die bagfa mehr Menschen für ein freiwilliges Engagement begeistern und gemeinnützige Organisationen sowie Projekte unterstützen, Freiwillige zu gewinnen. Über 70 Freiwilligenagenturen speisen als Netzwerkpartner die gemeinsame Datenbank mit ihren Engagement-Angeboten.

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