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22.10.2018

Wünsch Dir was! Freiwilligenagenturen mit dem Engagementförderpreis der Dr. Jürgen Rembold Stiftung ausgezeichnet

Was wäre, wenn Sie sich von einem Förderer etwas wünschen dürften? Diese Frage stellte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) e.V. zusammen mit dem Rösrather Stifter Dr. Jürgen Rembold ihren 201 Mitgliedern. Die Resonanz auf diesen niedrigschwelligen Wettbewerb war groß und zeigte, dass der innovative Weg, Expertinnen und Experten in eigener Sache zu fragen, was ihre Ideen sind anstatt starre Fördervorgaben zu machen, ein richtiger ist.

Insgesamt 32 Freiwilligenagenturen hatten sich mit ihren Wünschen auf den Preis beworben.
Sechs dieser Wünsche wurden nun im Rahmen der Mitgliederversammlung der bagfa am 18. Oktober in Augsburg vom Stifter erfüllt, indem er sie persönlich mit dem Engagementförderpreis auszeichnete.
Die sechs Preisträger verbindet die Klammer, verschiedene Zielgruppen für Engagement zu erreichen. Damit erfüllen die Ausgezeichneten einen wesentlichen Zweck der Dr. Rembold Stiftung: mehr Engagement wagen!

„Die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen ist groß. Eine aktive Bürgergesellschaft ist zum Teil bereits Wirklichkeit, manchmal fehlt es aber an einem Funken, der vorhandenes Potenzial entzünden kann“ - so Dr. Jürgen Rembold.
Die Preisträger im Einzelnen:

  • 2.700 Euro: Zentrum aktiver Bürger Nürnberg – „zab lab“:
    Eine Anlaufstelle und Ideenschmiede für junge, engagierte und kreative Freiwillige unter 35 Jahren soll entwickelt werden, die gemeinsam gemeinwohlorientierte Projektideen entwickeln, erproben und umsetzen. Die innovative Idee bringt junge Menschen ins bürgerschaftliche Engagement und hat Vorbildcharakter für andere Freiwilligenagenturen mit der Zielgruppe „junge Menschen“ zu arbeiten.

  • 2.700 Euro: Tatendrang München – Engagiert hoch 2: Engagement im Tandem:
    Mit dem geplanten Projekt soll das ehrenamtliche Engagement in Tandems (d.h. 2 Personen engagieren sich gemeinsam für ein Projekt) gefördert werden. Durch das gemeinsame Tun will die Freiwilligenagentur dazu beitragen, dass Menschen miteinander in Kontakt kommen, Ängste und Befürchtungen abzubauen und es Menschen mit körperlichen Behinderungen ermöglichen, sich zu engagieren. Mit der Idee wird ein neues Engagementformat ausprobiert, das mit neuen Argumenten neue Freiwillige sucht und inklusionsfördernd wirkt.

  • 2.610 Euro: CariThek Bamberg – Bamberg engagiert sich! Ressourcenpool für Bamberg:
    Der Ressourcenpool soll vorhandene Ressourcen sichtbar machen, gemeinnützigen Organisationen und Initiativen helfen, Projekte schnell und einfach umsetzen zu können, einfach zu bedienen sein und gemeinnützige Organisationen in Bamberg weiter vernetzen. Das Projekt zeichnet sein hoher Praxisnutzen für Vereine vor Ort aus und ist ein guter Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit und Ressourcen (Sharing Community).

  • 850 Euro: BONUS Freiwilligenzentrum Göttingen – Projektheft:
    Das Projektheft soll an verschiedensten Plätzen des gesellschaftlichen Lebens ausgelegt werden, z.B. im Rathaus, in Kirchengemeinden, bei Beratungsstellen, in Schulen und Universität, bei Einrichtungen des öffentlichen Lebens. Außerdem wird die Verteilung auf dem Göttinger Wochenmarkt geplant. Ziel ist es, damit Interessierte zu erreichen, die nicht gezielt im Internet suchen, sondern denen die Idee eines freiwilligen Engagements erst nahegebracht werden muss. Den sehr „handfesten“ Wunsch zeichnet aus, dass mit relativ wenig Geld trotzdem viel erreicht wir, da die Vielfalt des freiwilligen Engagements auf einen Blick gezeigt wird.

  • 800 Euro: Freiwilligenzentrum Darmstadt – Lebensrückblick: Beratung Hochaltriger durch ehrenamtliche Berater:
    Das Projekt „Lebensrückblick“ widmet sich der Beratung hochaltriger Menschen und deren Angehörigen. Die Beratung kann in Einrichtungen der stationären Altenhilfe erfolgen, zu Hause oder in den Räumlichkeiten des Freiwilligenzentrums. Die Förderung soll die Qualifizierung der ehrenamtlichen Berater/innen ermöglichen, die aufgrund des Themas im Idealfall Kenntnisse im Bereich Systemischer Beratungsansätze, Geriatrie u.ä. haben. Über das Projekt soll innerhalb der geriatrischen Versorgungsstrukturen (Heimkonferenz, Fachdienst Altenhilfe, Pflegestützpunkte usw.) informiert werden. Vorbildlich wird hier die Zielgruppe „Hochaltrige“ in den Fokus genommen, die in Zukunft zunehmen wird. Es ist ein hoher Wert, alte Menschen wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen.

  • 400 Euro: Freiwilligenagentur Cottbus – Freiwillig in Cottbus: Reserviert für gute Begegnungen: Bänke laden zum Verweilen ein. Die Freiwilligenagentur möchte Bänke in der Innenstadt oder in Parks belegen und benötigt dafür Hussen mit dem Slogan „Freiwillig in Cottbus“. Schnell und unkompliziert können so Menschen eingeladen werden, miteinander ins Gespräch zu kommen. Übers Jahr kann es an dieser Bank Aktivitäten wir z.B. zum Welttag des Buches eine Buchtauschaktion geben. Für die Sommermonate gibt es die Idee „Beratungen an der Bank“ durchzuführen. Ein kleines, kostengünstiges Projekt mit trotzdem hohem Grad an öffentlicher Wahrnehmung, das gut in die Zeit passt (vgl. die Kampagne „Deutschland spricht“ des Bundespräsidenten).

Dr. Jürgen Rembold verkündete zur Freude aller Anwesenden, dass der Engagementförderpeis auf Grund des großen Erfolges auch 2019 wieder angeboten werden wird. Der Stifter zeigte sich beeindruckt von der Qualität und der Vielfalt der Bewerbungen: „Allein diese Ideen zu dokumentieren und zu verbreiten wäre schon Engagementförderung!“
Des Weiteren möchte der Stifter in 2019 die bagfa bei der Erstellung eines Filmes über Freiwilligenagenturen mit 3.000 Euro unterstützen. Den Wunsch, einen Film zu erstellen, hatten drei Freiwilligenagenturen im Wettbewerb geäußert – „So können jetzt alle Agenturen davon profitieren“, so der Stifter. Auch die seit 2015 von der Rembold Stiftung finanzierten Fortbildungsstipendien verlängerte Dr. Rembold und stellte dafür 1.800 Euro zur Verfügung.


Hintergrund:
Der Engagementförderpreis fördert die Umsetzung eigener Ideen von Mitarbeitenden in Freiwilligenagenturen: wie die Freiwilligenagentur bekannter werden kann, mehr Freiwillige erreicht und das Kerngeschäft stärkt – die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements. Das reizvolle an dem Preis ist, dass er wenig Vorgaben macht und Freiwilligenagenturen als Experten für ihre eigene Arbeit sehr ernst nimmt.
Mitarbeitende von Freiwilligenagenturen wissen selbst am besten Bescheid über das, was Ihre Freiwilligenagentur braucht – und das passt leider oft nicht in starre Förderstrukturen. So geht viel Energie dabei verloren, die eigenen Ideen „passend“ zu machen für ein Förderprogramm oder eine Ausschreibung, die eigentlich doch nicht so richtig passt. Energie, die besser in der Förderung des Engagements der Bürgerinnen und Bürger vor Ort aufgehoben wäre.
10.000 Euro vergab die Dr. Jürgen Rembold Stiftung in diesem Jahr erstmalig exklusiv an Freiwilligenagenturen, die Mitglied der bagfa sind. Die maximale Einzelförderung betrug 3.000 Euro.

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