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16.09.2015

Storytelling: "Nicht unter Wert verkaufen"

In unserem Storytelling-Prozess haben uns 15 Mitglieder erzählt, was sie motiviert, was das Besondere an ihrer Arbeit in den Freiwilligenagenturen ist und welche Rolle die bagfa für sie spielt.

12 Geschichtspaten haben eine Story ausgewählt, die sie gerne teilen und diskutieren möchten.

Die ausgewählte Geschichte:

Bei meiner ersten bagfa-Tagung habe ich gedacht: Naja, lauter Idealisten. Es war eine tolle Arbeit, tolle Ideen, tolle Projekte, aber die zwei, die ich besucht habe, waren beide finanziell absolut unterbesetzt und -bezahlt. Also so dieses typische Backhaus-Maul-Syndrom: „Freiwilligenagenturen tun alles und alles für lau“ und sind selber total engagiert. Ich dachte mir: Das muss anders sein. Du musst den Schwerpunkt darauf setzen, dass du eine gute, grundsolide Finanzierung hast. Und ich glaube, das ist mir gelungen. Die Projekte und die Ideen und sonstiges, der Idealismus gehört natürlich mit dazu, aber so, dass man auch gut arbeiten kann; auch die Abgrenzung zwischen dem „Ich bin jetzt die berufliche Kraft und das andere sind die Ehrenamtlichen, die ich motiviere und mitnehme“. Es muss aber auch ganz klar sein, dass ich als berufliche Kraft einfach die berufliche Kraft bin. Mein Ehrenamt findet auch nach wie vor woanders statt.

 

Anmerkungen zur Geschichte von Agathe Schreieder (FreiwilligenAgentur DIngolfing-Landau):

Darüber möchte ich gern reden, weil...

wir dazu neigen, uns von guten Ideen mitreißen zu lassen - gute Ideen allein aber nicht ausreichen. Wir dürfen uns schon bewusst sein, dass wir eine gewünschte und wichtige Arbeit leisten, die eben auch einen vernünftigen Rahmen braucht. Außerdem wird die Wertigkeit unserer Arbeit nach außen nicht genug sichtbar, wenn wir sie ständig unter Wert verkaufen.
Auch das Thema "Rollenverständnis" finde ich sehr wichtig. Man ist als Freiwilligenagentur-Mitarbeiter sehr oft mit der Erwartung konfrontiert, "immer verfügbar" zu sein. Prägnanter als mit den beiden Schlusssätzen kann man darauf eigentlich nicht antworten.

Wer hätte gedacht, dass...

... es tätsächlich jemand geschafft hat, eine rundum solide Basis für die Freiwilligenagentur und ihre Projekte zu schaffen

Ich finde es schön, dass...

... in der Geschichte deutlich wird, dass beide Seiten wichtig für unsere Arbeit sind: der Idealismus und das Selbstverständnis, dass diese Arbeit auch was wert ist und nicht unendlich sein muss, um sich selbst zu rechtfertigen.
 

 

 

 

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